Deutsch Klasse 2

Diktat Klasse 2: Alles, was Eltern wissen müssen

Diktate gehören in Klasse 2 zum Deutschunterricht dazu. Für viele Kinder sind sie aufregend, für manche auch ein bisschen stressig. Als Elternteil fragst du dich vielleicht: Was genau wird in einem Diktat geprüft? Wie viele Wörter muss mein Kind schreiben? Wie viele Fehler sind in Ordnung? Und wie kann ich zu Hause sinnvoll üben, ohne dass es in Streit ausartet? Dieser Artikel gibt dir einen umfassenden Überblick über alles, was du zum Thema Diktat in Klasse 2 wissen solltest. Noch mehr Übungen zum Fach Deutsch gibt es in unserem Artikel Deutsch Klasse 2: Überblick.

Diktat Klasse 2: Alles, was Eltern wissen müssen

Ratgeber für Eltern

Hier erfährst du alles über Diktate in Klasse 2: Was geprüft wird, wie du übst, wie du mit Fehlern umgehst. Wenn dein Kind direkt Rechtschreibung üben soll: Cleverano kostenlos testen

Was wird in einem Diktat in Klasse 2 geprüft?

Ein Diktat in Klasse 2 prüft, ob dein Kind die bisher gelernten Rechtschreibregeln anwenden kann, während es einen Text nach Gehör schreibt. Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK, 2022) sehen vor, dass Kinder am Ende der Grundschulzeit grundlegende Rechtschreibstrategien sicher beherrschen. In Klasse 2 werden die Grundlagen dafür gelegt. Es geht dabei nicht um auswendig gelernte Wörter, sondern um das Zusammenspiel von Hinhören, Nachdenken und richtig Schreiben.

Die wichtigsten Themen, die in einem Diktat der zweiten Klasse vorkommen:

Groß- und Kleinschreibung

Das ist der Klassiker in Klasse 2. Dein Kind muss entscheiden, welche Wörter großgeschrieben werden. Die Regel: Nomen (Namenwörter) und Satzanfänge werden großgeschrieben, alles andere klein. Klingt einfach, ist es für Zweitklässler aber nicht immer. Besonders abstrakte Nomen wie „Freude", „Ruhe" oder „Sommer" bereiten oft Schwierigkeiten, weil Kinder bei diesen Wörtern nicht sofort an einen konkreten Gegenstand denken.

Die wichtigste Strategie, die dein Kind in Klasse 2 lernt, ist die Artikelprobe: Passt „der", „die" oder „das" vor das Wort? Dann ist es ein Nomen und wird großgeschrieben. Wenn dein Kind diese Probe automatisch anwendet, macht es deutlich weniger Fehler. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Groß- und Kleinschreibung Klasse 2.

Doppelkonsonanten

Wörter wie „Sonne", „rennen", „Teller" und „Ball" haben einen doppelten Konsonanten. Die Regel dahinter: Vor einem Doppelkonsonanten klingt der Vokal kurz. Bei „Sonne" klingt das O kurz, bei „Ton" klingt es lang. Kinder müssen lernen, auf die Länge des Vokals zu achten, und das erfordert genaues Hinhören.

In Diktaten der Klasse 2 kommen regelmäßig Wörter mit Doppelkonsonanten vor. Typische Beispiele sind: „still", „alle", „nett", „kommen", „Butter", „Sommer". Wenn dein Kind Schwierigkeiten damit hat, hilft es, die Wörter übertrieben langsam auszusprechen und auf den kurzen Vokal zu achten.

ie und ei

Das „ie" steht für ein langes i (wie in „Wiese", „spielen", „Biene"). Das „ei" klingt ganz anders, wie ein „ai" (wie in „Eis", „reiten", „Bein"). Kinder verwechseln die beiden häufig, weil sie ähnlich aussehen, obwohl sie völlig unterschiedlich klingen.

In Diktaten tauchen beide regelmäßig auf. Die gute Nachricht: Wenn dein Kind den Unterschied beim Sprechen hört, schreibt es meistens richtig. Die weniger gute Nachricht: Manche Kinder hören den Unterschied nicht sofort und brauchen etwas mehr Übung.

Satzzeichen

In Klasse 2 werden hauptsächlich drei Satzzeichen geprüft: Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen. Bei einem Diktat muss dein Kind erkennen, wo ein Satz endet, und das passende Satzzeichen setzen. Oft hilft die Lehrkraft, indem sie beim Vorlesen die Stimme am Satzende senkt oder hebt. Trotzdem vergessen viele Kinder die Satzzeichen, weil sie so mit dem Schreiben der Wörter beschäftigt sind.

Wie läuft ein Diktat in Klasse 2 ab?

Der genaue Ablauf unterscheidet sich von Lehrkraft zu Lehrkraft, aber es gibt einen typischen Rahmen, den die meisten Schulen ähnlich handhaben.

Zuerst liest die Lehrkraft den gesamten Text einmal langsam vor, ohne dass die Kinder schreiben. Das gibt ihnen einen Überblick über den Inhalt. Manche Lehrkräfte besprechen vorher schwierige Wörter oder erinnern an bestimmte Regeln.

Dann wird der Text Satz für Satz diktiert. Jeder Satz wird zweimal vorgelesen: einmal im Ganzen, damit die Kinder den Sinn erfassen, und einmal in kurzen Abschnitten, damit sie mitschreiben können. Bei längeren Sätzen wird der Satz in sinnvolle Häppchen aufgeteilt.

Nach dem letzten Satz liest die Lehrkraft den gesamten Text noch einmal vor. Jetzt haben die Kinder die Gelegenheit, ihren Text durchzulesen und eventuelle Fehler zu entdecken. Manche Lehrkräfte geben dafür extra Zeit, andere gehen gleich zum Einsammeln über.

Dieses Nachkontrollieren ist übrigens eine wichtige Fähigkeit. Wenn dein Kind zu Hause übt, kannst du genau diesen Schritt einbauen: „Lies deinen Text nochmal durch. Fällt dir etwas auf?" Das stärkt die Selbstkontrolle und hilft langfristig mehr als jede Korrektur von außen.

Wie viele Wörter hat ein Diktat in Klasse 2?

Ein Diktat in der zweiten Klasse umfasst in der Regel 30 bis 50 Wörter. Das entspricht ungefähr vier bis acht Sätzen. Am Anfang des Schuljahres sind die Texte kürzer, gegen Ende werden sie etwas länger.

Die Wörter sind bewusst gewählt: Sie enthalten die Rechtschreibthemen, die gerade im Unterricht behandelt wurden. Ein Diktat zum Thema Doppelkonsonanten wird also besonders viele Wörter mit doppelten Buchstaben enthalten. Ein Diktat zum Thema Groß- und Kleinschreibung wird besonders viele Nomen haben.

Der Wortschatz orientiert sich am Grundwortschatz der zweiten Klasse. Die KMK-Empfehlung „Orthografie lehren und lernen" (2019) betont, dass jedes Bundesland einen eigenen Grundwortschatz definiert, der die häufigsten Wörter der deutschen Sprache umfasst. Die meisten Wörter im Diktat sollte dein Kind kennen und schon einmal geschrieben haben. Überraschungen oder besonders schwierige Fremdwörter kommen in Klasse 2 normalerweise nicht vor.

Wie viele Fehler sind in Klasse 2 normal?

Diese Frage beschäftigt viele Eltern. Die ehrliche Antwort: Es gibt keine feste Regel, und die Bewertung unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland und von Schule zu Schule.

Als grobe Orientierung: Bei einem Diktat mit 40 Wörtern gelten zwei bis vier Fehler in Klasse 2 als gutes Ergebnis. Fünf bis acht Fehler sind ein mittleres Ergebnis, das zeigt, dass dein Kind die Grundregeln kennt, aber noch nicht sicher anwenden kann. Mehr als zehn Fehler deuten darauf hin, dass dein Kind bei bestimmten Themen noch gezielt üben sollte.

Aber Vorsicht: Fehlerzahlen allein sagen wenig aus. Wichtiger ist, welche Art von Fehlern dein Kind macht. Macht es immer wieder den gleichen Fehler (zum Beispiel Nomen klein schreiben), dann hat es eine bestimmte Regel noch nicht verinnerlicht. Macht es viele verschiedene Fehler, ist es vielleicht einfach noch unsicher und braucht mehr Übung insgesamt.

Sprich am besten mit der Lehrkraft deines Kindes, wenn du unsicher bist. Sie kann am besten einschätzen, wo dein Kind steht und was es braucht.

Übungsdiktat oder Bewertungsdiktat: Was ist der Unterschied?

In Klasse 2 gibt es zwei Arten von Diktaten, und es lohnt sich, den Unterschied zu kennen.

Das Übungsdiktat

Ein Übungsdiktat wird im Unterricht geschrieben, ohne dass es benotet wird. Es dient dazu, die Rechtschreibung zu trainieren und Fehler sichtbar zu machen. Oft wird der Text vorher im Unterricht besprochen, schwierige Wörter werden geübt, und nach dem Diktat werden die Fehler gemeinsam korrigiert.

Übungsdiktate sind das Herzstück des Rechtschreibunterrichts. Hier darf dein Kind Fehler machen, ohne dass es Konsequenzen hat. Im Gegenteil: Fehler in Übungsdiktaten sind wertvoll, weil sie zeigen, wo noch geübt werden muss.

Das Bewertungsdiktat

Ein Bewertungsdiktat (manchmal auch Leistungsdiktat oder Klassenarbeit genannt) wird benotet. Es wird in der Regel angekündigt und bezieht sich auf die Themen, die vorher im Unterricht behandelt und geübt wurden. Dein Kind weiß also vorher, welche Rechtschreibthemen drankommen.

In vielen Bundesländern werden Diktate in Klasse 2 noch nicht mit Ziffernoten bewertet. Stattdessen gibt es verbale Rückmeldungen oder Smileys. Das hängt vom Bundesland und der jeweiligen Schule ab. Frag im Zweifel bei der Lehrkraft nach, wie das an eurer Schule gehandhabt wird.

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Wenn dein Kind von einem Diktat erzählt, frag nach: War das ein Übungsdiktat oder ein Bewertungsdiktat? Bei einem Übungsdiktat sind Fehler kein Grund zur Sorge. Bei einem Bewertungsdiktat mit vielen Fehlern lohnt es sich, genauer hinzuschauen und die Fehler zu besprechen.

Was wird in einem Diktat in Klasse 2 nicht geprüft?

Genauso wichtig wie das, was geprüft wird, ist das, was nicht geprüft wird. In Klasse 2 wird bei Diktaten in der Regel noch nicht erwartet:

Kommasetzung. Kommas kommen erst ab Klasse 3 oder 4 dran. In Klasse 2 reichen Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen.

Vergangenheitsformen. Die verschiedenen Zeitformen werden in Klasse 2 noch nicht systematisch behandelt. Dein Kind muss also nicht wissen, ob es „lief" oder „gelaufen" schreiben soll.

Wörtliche Rede. Anführungszeichen und die Regeln für wörtliche Rede kommen erst später. In Diktaten der Klasse 2 taucht wörtliche Rede normalerweise nicht auf.

Fremdwörter oder unbekannte Wörter. Der Wortschatz eines Diktats orientiert sich an dem, was im Unterricht behandelt wurde. Dein Kind soll keine Wörter schreiben müssen, die es noch nie gesehen hat.

Diktat-Methoden für zu Hause

Wenn du mit deinem Kind zu Hause Diktat üben möchtest, hast du verschiedene Möglichkeiten. Das klassische Vorlese-Diktat ist nur eine davon. Tatsächlich gibt es mehrere Methoden, die oft sogar besser funktionieren, weil sie mehr Spaß machen und verschiedene Sinne ansprechen.

Das Laufdiktat

Beim Laufdiktat liegt der Text an einem Ort (zum Beispiel auf dem Küchentisch), und dein Kind sitzt an einem anderen Ort (zum Beispiel am Schreibtisch im Kinderzimmer). Dein Kind läuft zum Text, merkt sich einen Satz oder ein Stück eines Satzes, läuft zurück und schreibt es auf.

Diese Methode ist großartig, weil sie Bewegung mit Lernen verbindet. Dein Kind muss den Satz im Kopf behalten, während es läuft, und das trainiert das Kurzzeitgedächtnis. Außerdem muss es genau lesen, denn es kann nicht gleichzeitig schauen und schreiben.

Ein Laufdiktat funktioniert am besten mit kurzen Texten von drei bis fünf Sätzen. Mehr wird anstrengend und führt zu Frustration.

Das Dosendiktat

Beim Dosendiktat werden einzelne Wörter oder kurze Sätze auf Kärtchen geschrieben und in eine Dose (oder einen Becher, eine Schüssel) gelegt. Dein Kind zieht ein Kärtchen, liest das Wort, legt das Kärtchen umgedreht zurück in die Dose und schreibt das Wort aus dem Gedächtnis auf.

Das Dosendiktat eignet sich besonders gut, um einzelne schwierige Wörter zu üben. Wenn dein Kind zum Beispiel immer wieder „Sonne" ohne Doppel-n schreibt, kommt „Sonne" einfach mehrmals in die Dose. Durch das wiederholte Lesen und Schreiben prägt sich die richtige Schreibweise ein.

Ein zusätzlicher Vorteil: Dein Kind kann das Dosendiktat alleine machen, ohne dass du daneben sitzen musst.

Das Schleichdiktat

Das Schleichdiktat funktioniert ähnlich wie das Laufdiktat, aber dein Kind muss sich leise anschleichen, statt zu laufen. Das macht Spaß, ist ein bisschen aufregend und erfordert gleichzeitig Konzentration, denn wer sich anschleicht, muss sich auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren: leise sein und sich den Satz merken.

Das Schleichdiktat ist besonders bei jüngeren Kindern beliebt und kann auch gut im Klassenzimmer eingesetzt werden. Wenn dein Kind dir davon erzählt, dass es in der Schule ein Schleichdiktat gemacht hat, ist das ein gutes Zeichen: Die Lehrkraft nutzt abwechslungsreiche Methoden.

Das Partnerdiktat

Beim Partnerdiktat diktieren sich zwei Kinder gegenseitig einen Text. Eines liest vor, das andere schreibt, dann wird getauscht. Danach korrigieren sie sich gegenseitig.

Diese Methode hat einen großen Vorteil: Das Kind, das vorliest, übt ebenfalls. Es muss den Text langsam und deutlich lesen, auf Satzzeichen achten und den richtigen Rhythmus finden. Das stärkt die Lesekompetenz und das Textverständnis.

Wenn dein Kind einen Bruder, eine Schwester oder einen Freund zum Üben hat, ist das Partnerdiktat eine tolle Option. Zu zweit macht Üben gleich mehr Spaß.

Das Abschreibdiktat

Beim Abschreibdiktat bekommt dein Kind einen Text und schreibt ihn sorgfältig ab. Das klingt simpel, ist aber eine bewährte Methode. Beim Abschreiben muss dein Kind jedes Wort genau lesen und richtig übertragen. Es trainiert gleichzeitig die Rechtschreibung und die Handschrift.

Damit das Abschreibdiktat wirksam ist, sollte dein Kind nicht Buchstabe für Buchstabe abschreiben, sondern sich immer ein ganzes Wort oder einen kurzen Satzteil merken und dann aus dem Gedächtnis schreiben. So wird es zu einer echten Übung und nicht zum bloßen Kopieren.

Tipps für das Diktat-Üben zu Hause

Unabhängig von der Methode gibt es ein paar grundsätzliche Dinge, die das Diktat-Üben zu Hause erfolgreicher und angenehmer machen.

Kurz und regelmäßig statt lang und selten

Zehn Minuten am Tag bringen mehr als eine Stunde am Wochenende vor dem nächsten Diktat. Kurze, regelmäßige Übungseinheiten helfen deinem Kind, die Regeln zu verinnerlichen, ohne dass es sich überfordert fühlt. Wenn du merkst, dass dein Kind müde oder frustriert wird, hör auf. Lieber morgen weitermachen als heute im Streit enden.

Den Text vorher einmal gemeinsam lesen

Bevor du diktierst, lest den Text einmal zusammen durch. So kennt dein Kind den Inhalt und kann sich auf die Rechtschreibung konzentrieren, statt über den Sinn zu rätseln. Das nimmt den Druck und gibt deinem Kind ein Erfolgserlebnis, weil es den Text schon „kennt".

Schwierige Wörter vorher besprechen

Schau dir den Text vorher an und markiere Wörter, die schwierig sein könnten. Übt diese Wörter einzeln, bevor das eigentliche Diktat beginnt. Dein Kind kann sie dreimal aufschreiben, buchstabieren oder im Laufdiktat-Stil üben. So stolpert es im eigentlichen Diktat nicht über die gleichen Stellen.

Langsam und deutlich vorlesen

Lies jeden Satz zweimal vor: einmal komplett und dann Stück für Stück. Sprich deutlich, aber nicht übertrieben. Dein Kind soll lernen, genau hinzuhören. Kurze Pausen zwischen den Satzteilen helfen.

Achte darauf, dass du beim Vorlesen nicht „hilfst", indem du bestimmte Buchstaben besonders betonst. Wenn du bei „Sonne" das doppelte N überdeutlich aussprichst, lernt dein Kind nicht, selbst auf den kurzen Vokal zu achten.

Selbstkontrolle fördern

Wenn dein Kind fertig ist, korrigiere nicht sofort den ganzen Text. Lass dein Kind zuerst selbst suchen: „Lies noch einmal durch. Fällt dir etwas auf?" Das stärkt die Selbstkontrolle, und die ist langfristig wichtiger als jede einzelne richtig geschriebene Stelle.

Manche Kinder entdecken beim Nachlesen tatsächlich eigene Fehler und verbessern sie. Das ist ein tolles Erfolgserlebnis und zeigt, dass sie die Regeln kennen, sie aber unter Zeitdruck noch nicht immer anwenden können.

Fehler als Lernchance besprechen

Wenn dein Kind ein Wort falsch geschrieben hat, besprecht gemeinsam, warum es so geschrieben wird. „Du hast Katze mit kleinem k geschrieben. Überleg mal: Passt der, die oder das davor? Genau, die Katze. Also ist es ein Nomen und wird großgeschrieben." Dieser erklärende Ansatz hilft viel mehr als ein bloßes „Das ist falsch." Mehr zum Umgang mit Fehlern findest du in unserem Artikel Fehler als Lernchancen.

Nicht alles auf einmal verlangen

Wenn dein Kind bei einem Diktat zehn Fehler gemacht hat, besprecht nicht alle zehn auf einmal. Wählt zwei oder drei aus, die sich auf das gleiche Thema beziehen, und übt daran. Nächste Woche sind die anderen dran. So bleibt das Lernen übersichtlich und dein Kind wird nicht überflutet.

Lob nicht vergessen

Auch wenn noch Fehler drin sind: Hebe hervor, was dein Kind schon gut kann. „Das Wort Schmetterling hast du richtig geschrieben, das ist toll!" Positives Feedback motiviert viel mehr als Fehlerzählen. Dein Kind soll das Gefühl haben, dass es Fortschritte macht, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.

Wie gehe ich mit Diktat-Angst um?

Manche Kinder haben vor Diktaten regelrecht Angst. Das kann verschiedene Gründe haben: schlechte Erfahrungen, Vergleiche mit anderen Kindern, das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Wenn dein Kind vor Diktaten Angst hat, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst.

Druck rausnehmen. Sag deinem Kind, dass es okay ist, Fehler zu machen. Diktate sind zum Lernen da, nicht zum Perfektsein. Wenn dein Kind merkt, dass du keine perfekten Ergebnisse erwartest, nimmt das viel Druck.

Vorbereitung gibt Sicherheit. Kinder, die wissen, was auf sie zukommt, sind weniger ängstlich. Übe zu Hause mit ähnlichen Texten, damit dein Kind die Situation kennt und sich sicher fühlt.

Vergleiche vermeiden. „Die Anna hat nur zwei Fehler" ist einer der schlimmsten Sätze, die du sagen kannst. Vergleiche mit anderen Kindern demotivieren. Vergleiche lieber mit dem Kind selbst: „Letztes Mal hattest du noch fünf Fehler bei Doppelkonsonanten, heute nur noch zwei. Das ist ein toller Fortschritt."

Mit der Lehrkraft sprechen. Wenn die Angst sehr stark ist und dein Kind den Unterricht belastet, sprich mit der Lehrkraft. Gemeinsam könnt ihr Strategien entwickeln, die deinem Kind helfen.

Typische Fehlerquellen in Diktaten der Klasse 2

Es gibt eine Handvoll Fehler, die in Klasse 2 besonders häufig vorkommen. Wenn du sie kennst, kannst du gezielt daran arbeiten.

Nomen werden kleingeschrieben. „Der hund liegt auf der wiese." Das ist der häufigste Fehler in Klasse 2. Die Lösung: Artikelprobe üben, üben, üben.

Doppelkonsonanten werden vergessen. „Sone" statt „Sonne", „komen" statt „kommen". Hier hilft das bewusste Hinhören auf die Vokallänge.

ie und ei werden verwechselt. „Wise" statt „Wiese", „Bine" statt „Biene". Langsames, deutliches Aussprechen der Wörter trainiert das Unterscheiden.

Satzzeichen werden vergessen. Kinder, die sich auf das Schreiben konzentrieren, vergessen oft den Punkt am Satzende. Der Tipp: Nach jedem Satz kurz innehalten und das Satzzeichen setzen, bevor der nächste Satz beginnt.

Satzanfänge werden kleingeschrieben. Besonders nach Fragezeichen und Ausrufezeichen passiert das oft. Hier hilft das Bewusstsein: Nach jedem Satzzeichen kommt ein neuer Satz, und der beginnt mit einem Großbuchstaben.

Wann sollte ich mir Sorgen machen?

Kinder entwickeln sich unterschiedlich, und in Klasse 2 ist die Bandbreite groß. Manche Kinder schreiben fast fehlerfrei, andere kämpfen noch mit den Grundlagen. Beides kann völlig normal sein.

Es gibt aber Anzeichen, bei denen du genauer hinschauen solltest:

Wenn dein Kind trotz regelmäßiger Übung keine Fortschritte macht. Wenn die Fehlerzahl über Monate gleich bleibt, obwohl zu Hause und in der Schule geübt wird, könnte eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) vorliegen. Sprich mit der Lehrkraft darüber.

Wenn dein Kind beim Schreiben extrem langsam ist. Manche Kinder brauchen für ein kurzes Diktat sehr viel länger als andere. Das kann an der Feinmotorik liegen, an der Konzentration oder an einer Unsicherheit beim Schreiben. Auch hier lohnt sich ein Gespräch mit der Lehrkraft.

Wenn dein Kind große Angst vor Diktaten hat. Ein gewisses Lampenfieber ist normal. Aber wenn dein Kind regelmäßig Bauchschmerzen bekommt oder weint, bevor ein Diktat ansteht, braucht es Unterstützung.

In all diesen Fällen ist die Lehrkraft der erste Ansprechpartner. Sie kennt dein Kind im schulischen Kontext und kann einschätzen, ob die Schwierigkeiten im normalen Rahmen liegen oder ob weitere Schritte nötig sind.

Wie geht es nach Klasse 2 weiter?

In Klasse 3 werden die Diktate länger und die Themen anspruchsvoller. Neue Rechtschreibregeln kommen dazu: das Dehnungs-h, Vorsilben wie ver- und vor-, zusammengesetzte Nomen und die Trennung von Wörtern am Zeilenende. Wer in Klasse 2 die Grundlagen sicher beherrscht, hat einen großen Vorteil.

Deshalb ist es so wichtig, in Klasse 2 nicht nur auf die Noten zu schauen, sondern auf das Verständnis. Kann dein Kind erklären, warum „Hund" großgeschrieben wird? Hört es den Unterschied zwischen einem kurzen und einem langen Vokal? Setzt es Satzzeichen bewusst? Wenn ja, ist es gut vorbereitet auf das, was kommt.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Kultusministerkonferenz (2022): Bildungsstandards für das Fach Deutsch, Primarbereich. Beschlossen am 15.10.2004, überarbeitet 2022.
  • KMK (2019): Empfehlung „Orthografie lehren und lernen". Grundwortschatz-Definitionen der Bundesländer.

Weiterführende Artikel

Wer sich in einzelne Themen vertiefen möchte, findet hier passende Artikel:

Mit Cleverano Diktat üben Klasse 2

Der Panda auf Cleverano fragt dein Kind: „Du hast Katze mit kleinem k geschrieben. Was fällt dir auf, wenn du den Artikel davor setzt?" So lernt dein Kind, Rechtschreibregeln selbst zu entdecken, statt Fehler nur zu korrigieren. Schritt für Schritt, im eigenen Tempo, ohne Druck.

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