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Cleverano an der Oberlinschule Potsdam – inklusive Bildung gemeinsam gestalten

Was passiert, wenn ein KI-Lernbegleiter auf die Realität einer inklusiven Schule trifft. Über einen Besuch, der unsere Arbeit verändert.

Frank Wagner präsentiert Cleverano am Smartboard an der Oberlinschule Potsdam

Im März 2026 waren wir zu Gast an der Oberlinschule Potsdam, einer inklusiven Schule, die zum Oberlinhaus Potsdam gehört. Gemeinsam mit Ifedayo Princeton Oladipo haben wir Cleverano vorgestellt, Fragen beantwortet und vor allem zugehört.

Denn genau darum ging es: nicht nur zu zeigen, was Cleverano kann, sondern zu verstehen, was Kinder und Lehrkräfte im Schulalltag wirklich brauchen.

Warum die Oberlinschule?

Die Oberlinschule Potsdam ist eine inklusive Schule. Das bedeutet: Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen lernen gemeinsam, unterschiedliche Lernstände, unterschiedliche Tempi, unterschiedliche Bedürfnisse.

An der Oberlinschule lernen Kinder mit und ohne Förderbedarf in gemeinsamen Klassen. Das stellt Lehrkräfte vor besondere Herausforderungen: Wie gestaltet man Unterricht, wenn einige Kinder noch an den Grundlagen arbeiten, während andere bereits weiter sind? Wie gibt man jedem Kind die individuelle Aufmerksamkeit, die es braucht, wenn eine Klasse 20 oder mehr Kinder umfasst?

Genau das ist die Herausforderung, für die Cleverano gebaut wird. Unser KI-Lernbegleiter passt sich dem Lernstand jedes Kindes individuell an. Er nutzt gestufte Hinweise statt fertiger Antworten und begleitet jedes Kind in seinem eigenen Tempo.

Aber: Wie gut funktioniert das in der Praxis? Wie erleben Lehrkräfte den Einsatz? Welche Lernwege haben wir noch nicht bedacht? Diese Fragen konnten wir nur beantworten, indem wir hingefahren sind.

Wie die Zusammenarbeit ablief

Der Besuch an der Oberlinschule war kein kurzer Termin. Wir haben uns einen ganzen Vormittag Zeit genommen. Zuerst haben wir Cleverano am Smartboard vorgestellt und gezeigt, wie eine Lerneinheit in Mathe und Deutsch aussieht. Danach konnten die Lehrkräfte den Lernbegleiter selbst ausprobieren und Fragen stellen.

Der wichtigste Teil war aber das offene Gespräch danach. Wir wollten hören, was die Lehrkräfte aus ihrem Alltag berichten. Wo stoßen sie an Grenzen? Was fehlt ihnen an digitalen Werkzeugen? Und was müsste ein Lernbegleiter können, damit er im inklusiven Unterricht wirklich hilft?

Diese Offenheit war nicht selbstverständlich. Dass die Oberlinschule bereit war, uns so direkt Einblick in ihre Arbeit zu geben, hat uns beeindruckt. Und es hat unsere Arbeit an Cleverano nachhaltig beeinflusst.

Was die Kinder erlebt haben

Auch wenn der Besuch primär ein Austausch mit den Lehrkräften war, konnten wir kurz beobachten, wie Kinder in der Schule mit digitalen Medien arbeiten. Das hat uns wichtige Hinweise gegeben.

Kinder an einer inklusiven Schule bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Manche können gut lesen, andere brauchen mehr visuelle Unterstützung. Manche arbeiten konzentriert über längere Zeiträume, andere brauchen häufigere Pausen. Diese Bandbreite ist der Praxistest für jeden Lernbegleiter, der den Anspruch hat, sich wirklich an das Kind anzupassen.

Cleveranos Scaffolding-Ansatz, bei dem die Hilfestellung in fünf Stufen steigt, bis das Kind die Aufgabe versteht, wurde von den Lehrkräften als besonders passend für diese Vielfalt beschrieben. Ein Kind, das nur einen kleinen Denkanstoß braucht, bekommt genau das. Ein Kind, das mehr Unterstützung braucht, wird Schritt für Schritt weiter begleitet.

Was wir erfahren haben

Die Gespräche mit den Lehrkräften der Oberlinschule waren für uns besonders wertvoll. Drei Erkenntnisse sind geblieben:

  • Individuelle Lernwege sind kein Nice-to-have. In einer inklusiven Schule ist Differenzierung kein Zusatzfeature, sondern Grundvoraussetzung. Jedes Kind braucht einen eigenen Zugang, und ein digitaler Lernbegleiter kann dabei helfen, wenn er sich wirklich anpasst.
  • Lehrkräfte brauchen Entlastung, keine zusätzliche Technik. Die Lehrerinnen und Lehrer haben klar gemacht: Ein Tool ist nur hilfreich, wenn es Arbeit abnimmt, nicht wenn es neue Arbeit schafft. Wie digitale Lernbegleitung Lehrkräfte konkret entlasten kann, beschreiben wir ausführlich im Artikel Lehrkräfte entlasten: Digitale Lernbegleitung im Schulalltag. Das hat uns in unserem Ansatz bestärkt. Cleverano soll Kinder selbstständig begleiten, nicht Lehrkräften mehr Aufgaben geben.
  • Zuhören vor Entwickeln. Die Fragen und Rückmeldungen der Oberlinschule fließen direkt in unsere Weiterentwicklung ein. Das ist kein Marketing-Versprechen, es ist die Art, wie wir arbeiten wollen.

Feedback der Lehrkräfte

Die Rückmeldungen der Lehrkräfte waren ehrlich und differenziert. Positiv hervorgehoben wurde vor allem, dass Cleverano auf Fragen statt auf Lösungen setzt. Mehrere Lehrerinnen betonten, dass genau dieses Prinzip auch in der inklusiven Pädagogik zentral ist: Das Kind soll selbst denken lernen, nicht abhängig werden von einem System, das alle Antworten liefert.

Gleichzeitig gab es auch konstruktive Hinweise. Einige Lehrkräfte wünschten sich eine einfachere Möglichkeit, den Lernstand ihrer Schüler einzusehen. Andere fragten nach Aufgabenformaten, die stärker auf visuelle Unterstützung setzen, also weniger Text und mehr Bilder oder Schemata.

Diese Rückmeldungen haben wir aufgenommen und priorisiert. Manche dieser Ideen fließen bereits in die nächste Entwicklungsphase von Cleverano ein.

Was die Oberlinschule dazu sagt

Die Oberlinschule hat unseren Besuch auf LinkedIn geteilt und geschrieben:

„Besonders wertvoll ist für uns, dass die individuellen Lernwege unserer Schülerschaft in die Weiterentwicklung ihrer KI-gestützten Lernapp mit einfließen. Genau solche Kooperationen braucht es, um inklusive Bildung wirklich voranzubringen."

Dieses Feedback bedeutet uns viel. Es zeigt, dass unser Ansatz, zuhören, verstehen, dann entwickeln, ankommt. Und dass die Zusammenarbeit mit Schulen nicht nur für uns, sondern auch für die Schulen einen Mehrwert hat.

Was Cleverano daraus gelernt hat

Der Besuch an der Oberlinschule hat Cleveranos Entwicklung in drei konkreten Bereichen beeinflusst.

Erstens: Die Bedeutung von Fehlerfreundlichkeit. Kinder an einer inklusiven Schule erleben besonders oft, dass sie Aufgaben nicht sofort lösen können. Ein Lernbegleiter muss deshalb nicht nur geduldig sein, sondern aktiv vermitteln, dass Fehler ein normaler Teil des Lernens sind. Cleverano reagiert bewusst nie mit Kritik, sondern immer mit einer nächsten Frage oder einem Hinweis.

Zweitens: Die Notwendigkeit von klarer, einfacher Sprache. In einer inklusiven Klasse ist die Spannbreite der Lesekompetenz groß. Cleveranos Formulierungen müssen für alle Kinder verständlich sein, ohne andere zu langweilen.

Drittens: Die Rolle von Vertrauen. Kinder, die häufig Misserfolge erleben, brauchen länger, um Vertrauen zu einem neuen Lernwerkzeug aufzubauen. Cleveranos Panda als freundliche, konstante Begleitfigur spielt dabei eine wichtige Rolle.

Ein Tag, der die Perspektive verändert

Als Startup entwickelt man ein Produkt oft in einer gewissen Isolation. Man hat Annahmen über die Nutzer, testet intern und verbessert iterativ. Der Besuch an der Oberlinschule hat diese Isolation durchbrochen. Plötzlich stand Cleverano nicht mehr auf einem Bildschirm im Büro, sondern im Kontext einer echten Schule, mit echten Kindern, echten Lehrkräften und echten Herausforderungen.

Das verändert die Perspektive. Man sieht sein eigenes Produkt mit anderen Augen. Man erkennt, was gut funktioniert und was noch besser werden muss. Und man versteht, dass die eigene Arbeit eine Verantwortung trägt, weil am Ende Kinder damit lernen sollen.

Inklusive Bildung und KI

Inklusive Bildung stellt besondere Anforderungen an Lernmaterialien und Lernbegleitung. Kinder in einer inklusiven Klasse können sich in Lernstand, Tempo und Zugang zum Stoff stark unterscheiden. Ein KI-Lernbegleiter, der sich dem Kind anpasst statt umgekehrt, kann hier einen echten Unterschied machen.

Cleverano setzt dabei auf den Scaffolding-Ansatz: gestufte Hilfen, die genau so viel Unterstützung geben wie nötig, und nicht mehr. Das passt zu den Prinzipien inklusiver Pädagogik, bei der es darum geht, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht. Einen Überblick, worauf Eltern bei der Auswahl digitaler Lernangebote achten sollten, findest du in unserem Ratgeber Grundschule online lernen: Worauf Eltern achten sollten.

Wie es weitergeht

Die Oberlinschule und Cleverano haben vereinbart, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Konkret bedeutet das: Wir nehmen die Rückmeldungen aus dem Schulalltag in unsere Entwicklung auf und testen neue Funktionen im realen Einsatz. Ziel ist es, Cleverano nicht nur für die breite Masse zu optimieren, sondern auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf passend zu gestalten.

Für Eltern bedeutet das: Cleverano wird nicht nur am Schreibtisch entwickelt, sondern im Austausch mit echten Schulen, auch mit solchen, die besonders hohe Anforderungen an individuelle Förderung stellen. Welche Rolle dabei Spaß und gute Didaktik spielen, erklären wir in unserem Artikel Lernen mit Spaß: Was gute Lern-Apps ausmacht.

Danke an die Oberlinschule Potsdam für die Offenheit, das Vertrauen und die Bereitschaft, gemeinsam an besserer Bildung zu arbeiten. Dieser Besuch war einer der wichtigsten Tage in der bisherigen Entwicklung von Cleverano.

Quellen

Lernbegleitung, die Kinder stärkt

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