Deutsch Klasse 3

Wortarten Klasse 3: Nomen, Verben, Adjektive verstehen

In der dritten Klasse werden Wortarten richtig wichtig. Dein Kind soll Nomen, Verben und Adjektive nicht nur benennen, sondern sicher unterscheiden, ihre Formen kennen und verstehen, warum Wortarten für die Rechtschreibung entscheidend sind. In diesem Ratgeber erfährst du, was dein Kind in Klasse 3 bei den Wortarten lernt, was neu dazukommt und wie du es zu Hause unterstützen kannst. Falls dein Kind noch bei den Grundlagen aus der zweiten Klasse unsicher ist, hilft unser Artikel Deutsch Klasse 2: Übungen online weiter.

Wortarten Klasse 3: Nomen, Verben, Adjektive verstehen

Ratgeber für Eltern

Dieser Artikel erklärt dir, was dein Kind in Klasse 3 bei den Wortarten lernt und wie du es dabei begleiten kannst. Für interaktive Übungen mit sofortigem Feedback: Cleverano kostenlos testen


Warum Wortarten in Klasse 3 so wichtig werden

Wortarten klingen erstmal nach trockener Grammatik. Nomen, Verben, Adjektive bestimmen, das Wort ist ein Nomen, weil ein Artikel davorpasst, fertig. Viele Eltern erinnern sich selbst nicht gern an den Grammatikunterricht ihrer Schulzeit. Aber in Klasse 3 wird deutlich, warum Wortarten mehr sind als Etiketten, die man an Wörter klebt.

Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK, 2022) ordnen das sichere Erkennen und Unterscheiden von Wortarten als zentrale Kompetenz ein, die über die gesamte Grundschulzeit aufgebaut wird. Wortarten sind der Schlüssel zur Rechtschreibung. Wer weiß, dass Nomen großgeschrieben werden, muss erst erkennen können, was ein Nomen ist. Wer Verben richtig konjugieren soll, muss wissen, was ein Verb ist. Und wer Adjektive steigern oder in einem Satz richtig anpassen soll, muss Adjektive als solche erkennen. Ohne Wortarten ist Rechtschreibung ein Ratespiel.

Gleichzeitig ist das Verständnis von Wortarten die Grundlage für alles, was im Deutschunterricht noch kommt. In Klasse 4 werden Satzglieder eingeführt. In der weiterführenden Schule kommen Zeitformen, Fälle und Passivkonstruktionen. All das baut auf dem sicheren Erkennen der Wortarten auf. Was dein Kind jetzt in Klasse 3 lernt, ist das Fundament für die gesamte Grammatik.


Nomen: Mehr als nur Dinge mit Artikel

In der zweiten Klasse hat dein Kind gelernt, dass Nomen Wörter für Menschen, Tiere, Pflanzen und Dinge sind. Sie werden großgeschrieben und haben einen Begleiter: der, die oder das. In Klasse 3 wird dieses Wissen vertieft und erweitert.

Die Artikelprobe

Die Artikelprobe ist der einfachste und zuverlässigste Test für Nomen. Passt „der", „die" oder „das" vor ein Wort? Dann ist es ein Nomen. Der Hund, die Schule, das Glück. Dein Kind kennt diesen Test wahrscheinlich schon aus Klasse 2. In Klasse 3 wird er auf schwierigere Wörter angewendet: die Freundschaft, die Bewegung, die Dunkelheit. Das sind Nomen, die nicht auf den ersten Blick wie typische Dinge aussehen.

Die Mehrzahlprobe

Ein zweiter hilfreicher Test: Kann man das Wort in die Mehrzahl setzen? Ein Tisch, zwei Tische. Eine Katze, drei Katzen. Wenn das funktioniert, ist es ein Nomen. Die Mehrzahlprobe hilft besonders bei Wörtern, bei denen die Artikelprobe unsicher wirkt.

Nomen mit Nachsilben erkennen

Neu in Klasse 3 ist die Erkenntnis, dass bestimmte Nachsilben (Suffixe) fast immer auf ein Nomen hindeuten. Die KMK-Bildungsstandards sehen vor, dass Kinder solche Wortbildungsmuster zunehmend erkennen. Die drei wichtigsten sind: -ung, -heit und -keit. Die Hoffnung, die Freiheit, die Freundlichkeit. Diese Wörter sind von Verben oder Adjektiven abgeleitet (hoffen, frei, freundlich), aber durch die Nachsilbe werden sie zu Nomen.

Für viele Kinder ist das ein Aha-Moment: „Ordnung" kommt von „ordnen", ist aber ein Nomen. „Gesundheit" kommt von „gesund", wird aber großgeschrieben. Wenn dein Kind die Nachsilbenregel versteht, hat es einen echten Vorteil bei der Groß- und Kleinschreibung. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zur Groß- und Kleinschreibung Klasse 3.

Abstrakte Nomen

In Klasse 3 begegnen Kinder zunehmend abstrakten Nomen: Wörter für Dinge, die man nicht anfassen kann. Die Freude, die Angst, die Geduld, der Mut. In Klasse 2 waren Nomen meist konkret und anschaulich: der Tisch, die Katze, das Haus. Jetzt kommen Wörter dazu, die Gefühle, Zustände oder Eigenschaften bezeichnen. Das erweitert das Verständnis davon, was ein Nomen sein kann.


Verben: Tuwörter und ihre wandelbaren Formen

Verben beschreiben, was jemand tut oder was geschieht. Laufen, spielen, lesen, denken. In der zweiten Klasse hat dein Kind gelernt, Verben in Sätzen zu erkennen. In Klasse 3 wird es spannender, denn jetzt lernt dein Kind, dass Verben ihre Form verändern, und zwar gleich auf mehrere Arten.

Konjugation: Verben an die Person anpassen

Die Grundform (der Infinitiv) eines Verbs endet meistens auf -en: laufen, spielen, singen. Aber im Satz wird das Verb an die Person angepasst. Ich laufe, du läufst, er läuft. Wir laufen, ihr lauft, sie laufen. Diesen Vorgang nennt man Konjugation.

Bei regelmäßigen Verben ist die Konjugation einfach: Der Stamm bleibt gleich, nur die Endung ändert sich. Ich spiele, du spielst, er spielt. Bei unregelmäßigen Verben ändert sich auch der Stammvokal: Ich laufe, du läufst (aus „au" wird „äu"). Ich schlafe, du schläfst (aus „a" wird „ä").

Diese unregelmäßigen Verben sind für viele Kinder eine Stolperfalle. Es gibt keine Regel, die sagt, welche Verben regelmäßig und welche unregelmäßig sind. Man muss es sich merken. Aber die gute Nachricht: Die meisten Kinder benutzen die richtigen Formen schon beim Sprechen, ohne darüber nachzudenken. In der Schule lernen sie, das Ganze bewusst zu machen und aufzuschreiben.

Zeitformen: Gegenwart und Vergangenheit

In Klasse 3 übt dein Kind den Unterschied zwischen Gegenwart (Präsens) und Vergangenheit. Dabei werden zwei Vergangenheitsformen eingeführt:

Die einfache Vergangenheit (Präteritum): Ich spielte. Er lief. Sie las. Diese Form wird vor allem in schriftlichen Erzählungen verwendet. „Es war einmal ein König, der lebte in einem großen Schloss."

Die zusammengesetzte Vergangenheit (Perfekt): Ich habe gespielt. Er ist gelaufen. Sie hat gelesen. Diese Form wird im Alltag am häufigsten verwendet. „Gestern habe ich Fußball gespielt."

Für Kinder ist das Perfekt meistens einfacher, weil sie es aus dem Alltag kennen. Das Präteritum klingt oft „wie aus einem Buch", was es für manche Kinder ungewohnt macht. Aber genau deshalb ist es wichtig: Wer Geschichten schreiben soll, braucht das Präteritum.

Die Grundform erkennen

Eine wichtige Fähigkeit in Klasse 3 ist es, von einer gebeugten Form auf die Grundform zu schließen. Wenn im Text „läuft" steht, soll dein Kind erkennen, dass die Grundform „laufen" ist. Das klingt einfach, ist es aber nicht immer. „Isst" kommt von „essen", „trifft" kommt von „treffen", „hält" kommt von „halten". Bei unregelmäßigen Verben ist der Weg von der gebeugten Form zur Grundform manchmal nicht offensichtlich.


Adjektive: Wiewörter, Steigerung und Anpassung

Adjektive beschreiben, wie etwas ist: groß, klein, schnell, lustig, traurig. In Klasse 2 hat dein Kind gelernt, Adjektive zu erkennen. In Klasse 3 kommt die Steigerung dazu, und dein Kind lernt, wie Adjektive sich an das Nomen anpassen, das sie beschreiben.

Die Steigerung von Adjektiven

Adjektive können gesteigert werden, und zwar in drei Stufen. Die Grundform (Positiv): schnell. Die Vergleichsform (Komparativ): schneller. Die Höchstform (Superlativ): am schnellsten. Das funktioniert bei den meisten Adjektiven nach dem gleichen Muster.

Bei einsilbigen Adjektiven mit a, o oder u bekommt der Vokal oft einen Umlaut: lang wird zu länger und am längsten. Groß wird zu größer und am größten. Jung wird zu jünger und am jüngsten.

Und dann gibt es die Ausnahmen, die sich gar nicht an die Regeln halten: gut wird zu besser und am besten. Viel wird zu mehr und am meisten. Gern wird zu lieber und am liebsten. Diese unregelmäßigen Steigerungen muss man sich einfach merken.

Ein guter Test, ob ein Wort ein Adjektiv ist: Kann man „sehr" oder „besonders" davorsetzen? Sehr lustig? Ja, also Adjektiv. Sehr Tisch? Nein, also kein Adjektiv. Dieser „Sehr-Test" hilft deinem Kind bei der Zuordnung.

Adjektive vor Nomen

Wenn ein Adjektiv direkt vor einem Nomen steht, passt es sich an: der rote Apfel, die kleine Maus, das alte Haus. Das Adjektiv bekommt eine Endung, die zum Artikel und zum Nomen passt. Diese Anpassung nennt man Deklination, auch wenn der Begriff in Klasse 3 noch nicht unbedingt fällt.

Dein Kind muss diese Anpassung in Klasse 3 noch nicht perfekt erklären können, aber es soll sie richtig anwenden. Und die gute Nachricht: Die meisten Kinder machen das beim Sprechen schon automatisch richtig. Sie sagen „der große Hund" und nicht „der groß Hund". In der Schule lernen sie, dieses intuitive Wissen bewusst zu machen.


Was in Klasse 3 neu dazukommt: Pronomen und Präpositionen

Neben den drei Hauptwortarten, Nomen, Verben und Adjektive, kommen in Klasse 3 zwei weitere Wortarten als Einstieg dazu: Pronomen und Präpositionen. Das sind keine eigenen Schwerpunkte, aber sie werden angebahnt und tauchen im Unterricht auf.

Pronomen: Stellvertreter für Nomen

Pronomen sind Wörter, die an die Stelle eines Nomens treten. Statt „Der Hund läuft schnell" sagt man „Er läuft schnell". Statt „Mia und Tom spielen" sagt man „Sie spielen". Die wichtigsten Pronomen, die dein Kind in Klasse 3 kennenlernen sollte, sind die Personalpronomen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.

Für die meisten Kinder ist das Konzept der Pronomen nicht schwer, weil sie sie ständig benutzen. Die Herausforderung liegt eher darin, Pronomen als eigene Wortart zu erkennen und zu benennen. Wenn im Text steht „Er ging nach Hause", soll dein Kind wissen: „Er" ist ein Pronomen, das für eine bestimmte Person steht, die vorher im Text genannt wurde.

Das Verständnis von Pronomen ist auch für das Leseverständnis wichtig. In längeren Texten ersetzen Pronomen häufig Nomen, und dein Kind muss herausfinden, auf wen oder was sich das Pronomen bezieht. „Mia gab Tom den Ball. Er warf ihn weit." Wer ist „er"? Was ist „ihn"? Dieses Zuordnen trainiert gleichzeitig das Textverständnis.

Präpositionen: Kleine Wörter, große Wirkung

Präpositionen sind Wörter wie auf, unter, neben, zwischen, vor, nach, mit, ohne, für, gegen. Sie beschreiben Beziehungen: Wo ist etwas? Wohin bewegt sich etwas? In Klasse 3 lernt dein Kind, Präpositionen zu erkennen und zu benennen. Eine vertiefte Behandlung folgt in den Klassen 4 und darüber hinaus.

Für die Rechtschreibung sind Präpositionen insofern wichtig, als sie oft zusammen mit Nomen in festen Wendungen auftreten: auf dem Tisch, in der Schule, neben dem Haus. Dein Kind soll merken, dass nach einer Präposition häufig ein Nomen (mit Artikel) folgt. Das hilft beim Schreiben ganzer Sätze.


Zusammengesetzte Nomen: Lange Wörter, die Sinn machen

Ein Thema, das in Klasse 3 viel Raum einnimmt, sind zusammengesetzte Nomen. Das Deutsche liebt es, Wörter aneinanderzukleben: Haustür, Schulranzen, Fußballplatz, Geburtstagskuchen. Kinder finden das manchmal lustig und manchmal verwirrend.

Das Grundprinzip ist einfach: Zwei oder mehr Wörter werden zu einem neuen Wort zusammengesetzt. Das letzte Wort bestimmt die Wortart und den Artikel. Haus + Tür = die Haustür (weil „die Tür"). Fuß + Ball + Platz = der Fußballplatz (weil „der Platz"). Das ist eine klare Regel, die dein Kind sich gut merken kann.

Zusammengesetzte Nomen können aus verschiedenen Wortarten entstehen: Nomen + Nomen (Haustür), Adjektiv + Nomen (Hochhaus), Verb + Nomen (Schreibtisch). In Klasse 3 konzentriert sich der Unterricht meistens auf Nomen + Nomen-Zusammensetzungen, die häufigste Form.

Warum sind zusammengesetzte Nomen für die Rechtschreibung relevant? Erstens: Sie werden zusammengeschrieben, nicht getrennt. „Haustür" ist richtig, „Haus Tür" ist falsch. Zweitens: Weil das letzte Wort den Artikel bestimmt, hilft es beim richtigen Artikelgebrauch. Drittens: Manchmal kommt ein Fugen-s oder Fugen-n dazu (Geburtstagskuchen, Sonnenblume), was Kinder beim Schreiben berücksichtigen müssen.

Du kannst zusammengesetzte Nomen ganz spielerisch üben. Gebt euch gegenseitig ein Grundwort und überlegt, wie viele zusammengesetzte Nomen ihr daraus bilden könnt. Aus „Schuh" wird Schuhschrank, Schuhgröße, Schuhkarton, Turnschuh, Hausschuh. Aus „Baum" wird Baumhaus, Baumkrone, Apfelbaum, Tannenbaum. Das ist ein Spiel, das Kinder oft begeistert, weil die Wörter immer länger und lustiger werden.


Warum Wortarten für die Rechtschreibung entscheidend sind

Jetzt kommen wir zum wichtigsten Punkt: der Verbindung zwischen Wortarten und Rechtschreibung. Diese Verbindung ist der Grund, warum Wortarten in der Grundschule so intensiv geübt werden. Es geht nicht um Grammatik um der Grammatik willen. Es geht darum, richtig zu schreiben.

Groß- und Kleinschreibung

Die wichtigste Rechtschreibregel, die mit Wortarten zusammenhängt: Nomen werden großgeschrieben. Alles andere wird kleingeschrieben (außer am Satzanfang). Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn Kinder müssen erst erkennen, welches Wort ein Nomen ist und welches nicht.

Besonders knifflig wird es bei Nominalisierungen. Das sind Wörter, die eigentlich Verben oder Adjektive sind, aber in einem bestimmten Satz als Nomen verwendet werden. „Lesen macht Spaß" enthält ein Verb. „Das Lesen macht Spaß" enthält ein Nomen (das Lesen). Der Artikel „das" verrät es. Solche Nominalisierungen sind ein häufiger Fehlerquelle bei Diktaten. Mehr dazu in unserem Artikel zum Diktat Klasse 3.

Verb-Endungen

Wer Verben als Verben erkennt, kann ihre Endungen richtig schreiben. „Er spielt" mit -t am Ende, nicht „er spielen". „Du läufst" mit -st am Ende. Die richtige Verb-Endung hängt von der Person ab, und dein Kind muss beides zusammendenken: Wer handelt? Und wie endet das Verb dann?

Adjektiv-Endungen

Wenn Adjektive vor Nomen stehen, bekommen sie eine Endung: der große Hund, ein großer Hund, die großen Hunde. Diese Endungen richtig zu schreiben, fällt vielen Kindern schwer. Aber wer weiß, dass das Wort ein Adjektiv ist, kann sich bewusst fragen: Welche Endung braucht es hier?

Zusammengeschrieben oder getrennt?

Das Wissen um Wortarten hilft auch bei der Frage, ob etwas zusammen oder getrennt geschrieben wird. Zusammengesetzte Nomen werden zusammengeschrieben: Fußball, Haustier, Sonnenblume. Wenn ein Kind nicht erkennt, dass es sich um ein zusammengesetztes Nomen handelt, schreibt es vielleicht „Fuß Ball" oder „Haus Tier". Wer die Wortart kennt, vermeidet diesen Fehler.


Deklination auf einfachem Niveau

In Klasse 3 wird der Begriff Deklination vielleicht noch nicht genannt, aber das Konzept dahinter wird geübt. Deklination bedeutet: Nomen (und ihre Begleiter) verändern ihre Form, je nachdem, welche Rolle sie im Satz spielen.

Ein Beispiel: „Der Hund frisst den Knochen." Im ersten Teil ist „der Hund" das Subjekt, der Handelnde. Im zweiten Teil ist „den Knochen" das Objekt, das, womit etwas geschieht. Der Artikel ändert sich von „der" zu „den".

In Klasse 3 wird dein Kind diese Veränderungen vor allem im Zusammenhang mit dem richtigen Artikelgebrauch üben. „Ich gebe dem Hund ein Leckerli" (dem, nicht den). „Das Spielzeug des Kindes ist kaputt" (des, nicht das). Es geht noch nicht um die systematische Benennung der vier Fälle, das kommt in Klasse 4. Aber dein Kind lernt, dass Wörter ihre Form verändern, je nachdem, welche Aufgabe sie im Satz haben.

Die meisten Kinder benutzen die richtigen Formen beim Sprechen intuitiv. „Ich gebe dem Hund ..." klingt für sie richtig, „Ich gebe der Hund ..." klingt falsch. In der Schule lernen sie, dieses Bauchgefühl beim Schreiben bewusst einzusetzen.


Wortarten bestimmen: So geht dein Kind systematisch vor

Wenn dein Kind in einer Arbeit oder im Unterricht Wortarten bestimmen soll, hilft ein systematisches Vorgehen. Hier ist ein Ablauf, den du mit deinem Kind üben kannst:

Schritt 1: Passt ein Artikel davor? Wenn ja, ist es wahrscheinlich ein Nomen. Der Test mit „der", „die" oder „das" ist der sicherste erste Schritt.

Schritt 2: Kann man „ich" oder „wir" davorsetzen? Ich laufe, wir spielen, ich denke. Wenn das Sinn ergibt, ist es wahrscheinlich ein Verb.

Schritt 3: Kann man „sehr" davorsetzen? Sehr groß, sehr lustig, sehr schnell. Wenn das Sinn ergibt, ist es wahrscheinlich ein Adjektiv.

Schritt 4: Steht es für ein Nomen? Er, sie, es, wir, ihr. Wenn das Wort ein Nomen ersetzt, ist es ein Pronomen.

Dieses Vier-Schritte-Verfahren ist nicht perfekt und es gibt Grenzfälle. Aber für Klasse 3 reicht es in den allermeisten Fällen aus. Und es gibt deinem Kind ein Werkzeug an die Hand, mit dem es sich selbst helfen kann, statt bei jedem Wort zu raten.


Wörter können ihre Wortart wechseln

Ein Thema, das Kinder in Klasse 3 oft überrascht: Wörter können ihre Wortart wechseln. „Lesen" ist normalerweise ein Verb (Ich lese ein Buch). Aber in „Das Lesen macht Spaß" ist es ein Nomen. „Krank" ist normalerweise ein Adjektiv (Das Kind ist krank). Aber in „Der Kranke liegt im Bett" ist es ein Nomen.

Dieser Wortartwechsel heißt Nominalisierung und ist einer der schwierigsten Aspekte der Groß- und Kleinschreibung. Denn wenn ein Verb oder Adjektiv zum Nomen wird, muss es plötzlich großgeschrieben werden.

Wie erkennt man, ob ein Wort nominalisiert wurde? Der wichtigste Hinweis ist der Artikel. Steht „der", „die", „das", „ein", „eine", „kein" oder „mein" (und ähnliche) davor, ist das Wort zum Nomen geworden. „Im Dunkeln" enthält „das Dunkle", also wird „Dunkeln" großgeschrieben. „Beim Spielen" enthält „das Spielen", also wird „Spielen" großgeschrieben.

Für Kinder in Klasse 3 ist das anspruchsvoll, und es wird noch länger geübt werden. Aber wenn dein Kind das Grundprinzip versteht, hat es einen riesigen Vorteil beim Schreiben.


Eltern-Tipps: Wortarten im Alltag üben

Die besten Grammatikübungen passieren nicht am Schreibtisch, sondern im Alltag. Hier ein paar Ideen, wie du Wortarten ganz nebenbei trainieren kannst:

Beim Einkaufen: „Nenne mir drei Nomen, die du im Regal siehst." Milch, Butter, Brot. Das funktioniert bei jedem Einkauf und macht das Erkennen von Nomen zur Gewohnheit.

Auf dem Schulweg: „Was tust du gerade? Sag mir drei Verben." Gehen, schauen, reden. Oder: „Beschreib das Wetter mit drei Adjektiven." Kalt, grau, windig.

Beim Vorlesen: „Finde ein Adjektiv auf dieser Seite." Das schärft den Blick und macht das Vorlesen interaktiv.

Wort-Kette spielen: Einer sagt ein Nomen, der nächste sagt ein passendes Verb, der nächste ein passendes Adjektiv. Hund, bellen, laut. Sonne, scheinen, warm. Kuchen, backen, lecker.

Zusammengesetzte Nomen bauen: Gebt euch ein Wort und schaut, wie viele zusammengesetzte Nomen ihr daraus machen könnt. Wer mehr findet, gewinnt.

Der Trick bei all diesen Spielen: Es soll sich nicht wie Schule anfühlen. Wenn dein Kind merkt, dass Wortarten im Alltag überall vorkommen und sogar Spaß machen können, fällt das Üben in der Schule leichter. Mehr Übungen zur Grammatik Klasse 3 findest du in unserem Überblicksartikel.


Typische Fehler und wie du damit umgehst

Beim Bestimmen von Wortarten machen Kinder in Klasse 3 typische Fehler. Wenn du sie kennst, kannst du gezielter helfen.

Fehler 1: Adjektive für Nomen halten. Viele Kinder denken, dass „Angst" oder „Mut" keine Nomen sind, weil man sie nicht anfassen kann. Hier hilft die Artikelprobe: „die Angst", „der Mut". Funktioniert? Dann ist es ein Nomen, auch wenn man es nicht sehen kann.

Fehler 2: Verben nur an der Grundform erkennen. Manche Kinder erkennen „laufen" als Verb, aber nicht „läuft" oder „lief". Hier hilft die Rückführung auf die Grundform: „Läuft kommt von laufen. Was jemand tut, ist ein Verb."

Fehler 3: Nominalisierungen übersehen. „Das Spielen" wird kleingeschrieben, weil das Kind es als Verb erkennt. Hier hilft der Artikeltest: Steht „das" davor? Dann ist es hier ein Nomen und wird großgeschrieben.

Fehler 4: Wörter am Satzanfang automatisch für Nomen halten. Kinder wissen, dass Nomen großgeschrieben werden. Wenn ein Wort am Satzanfang großgeschrieben steht, denken manche, es müsse ein Nomen sein. „Schnell lief der Hund weg." Ist „Schnell" ein Nomen? Nein, es steht nur am Satzanfang.

Der wichtigste Rat: Korrigiere nicht nur den Fehler, sondern erkläre den Denkweg. „Probier mal die Artikelprobe" ist hilfreicher als „Das ist falsch". Dein Kind soll lernen, sich selbst zu überprüfen, und dafür braucht es Strategien, nicht nur Korrekturen.


Der Blick nach vorn: Was in Klasse 4 kommt

Wenn dein Kind die Wortarten in Klasse 3 sicher beherrscht, ist es gut vorbereitet auf das, was in Klasse 4 kommt. Dort werden die vier Fälle eingeführt (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), die Satzglieder werden bestimmt (Subjekt, Prädikat, Objekt) und die Zeitformen werden erweitert.

All das baut auf den Wortarten auf. Wer Nomen, Verben und Adjektive sicher erkennt, hat es in Klasse 4 leichter. Wer hier noch unsicher ist, wird an vielen Stellen stolpern. Deshalb lohnt es sich, die Grundlagen jetzt gut zu festigen, auch wenn es manchmal mühsam wirkt.

Noch mehr zum Textverständnis und zur Sprachbetrachtung findest du in unserem Artikel zum Leseverständnis Klasse 3. Falls dein Kind gerade auch für ein Diktat Klasse 3 übt, lassen sich Wortarten und Rechtschreibung wunderbar kombinieren.


Quellen und weiterführende Informationen

  • Kultusministerkonferenz (2022): Bildungsstandards für das Fach Deutsch, Primarbereich. Beschlossen am 15.10.2004, überarbeitet 2022.

Mit Cleverano Wortarten Klasse 3 üben

Der Panda auf Cleverano fragt dein Kind: „Du hast geschrieben, dass ,laufen' ein Nomen ist. Wie hast du das herausgefunden? Passt ein Artikel davor?" So lernt dein Kind, den eigenen Denkweg zu hinterfragen, statt nur Lösungen abzuschreiben. Wortart für Wortart, im eigenen Tempo, ohne Druck.

Mit Cleverano üben → cleverano.de

Lernbegleitung, die Kinder stärkt

Jetzt starten