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Pädagogisch fundiert

Quellen und Veröffentlichungen

Cleverano ist pädagogisch aufgebaut. Hier stehen die wissenschaftlichen Quellen, auf die sich diese Lernbegleitung stützt.

Die Werke im Überblick

Die folgenden Werke prägen, wie Cleverano mit Fehlern, Rückmeldung und Lernfortschritt umgeht. Zu jedem Werk steht kurz, was Cleverano konkret daraus ableitet.

Fehler und Rückmeldung

  1. Carol S. Dweck (2006): Mindset. The New Psychology of Success. Random House.

    Dweck zeigt, wie ein Growth Mindset das Lernen verändert: Wer einen Fehler als Wachstumschance versteht statt als Beweis fehlender Begabung, bleibt eher dran und lernt mehr dabei. Cleverano ist auf dieses Verständnis von Fehlern ausgerichtet.

  2. John Hattie (2009): Visible Learning. A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement. Routledge.

    Hatties Auswertung von über 800 Meta-Analysen zeigt Rückmeldung als einen der wirksamsten Faktoren für Lernerfolg. Cleverano gibt deshalb direkt bei der Aufgabe eine Rückmeldung, statt erst ganz am Ende.

  3. Fritz Oser und Maria Spychiger (2005): Lernen ist schmerzhaft. Zur Theorie des Negativen Wissens und zur Praxis der Fehlerkultur. Weinheim: Beltz.

    Oser und Spychiger beschreiben, wie aus Fehlern negatives Wissen entsteht, das für das Lernen genauso wichtig ist wie richtiges Wissen, aber nur dann, wenn eine sichere Fehlerkultur das zulässt. Cleverano ist auf diesen geschützten Rahmen hin gestaltet.

  4. Tina Hascher und Gerda Hagenauer (2010): Lernen aus Fehlern. In: Christiane Spiel, Barbara Schober, Petra Wagner und Ralph Reimann (Hrsg.), Bildungspsychologie, S. 377 bis 381. Göttingen: Hogrefe.

    Hascher und Hagenauer zeigen, wie stark Emotionen das Lernen aus Fehlern beeinflussen: Nur ohne Beschämung nutzen Kinder einen Fehler wirklich als Lernchance. Cleverano ist entsprechend zurückhaltend und wertschätzend gestaltet.

  5. Manu Kapur (2008): Productive Failure. Cognition and Instruction, 26(3), S. 379 bis 424.

    Kapur weist nach, dass Kinder einen Zusammenhang tiefer durchdringen, wenn sie ihn zuerst selbst versuchen und dabei scheitern, statt sofort den fertigen Weg zu bekommen. Cleverano lässt deshalb Raum für den eigenen Versuch, bevor Hilfe kommt.

  6. Earl C. Butterfield und Janet Metcalfe (2001): Errors Committed with High Confidence Are Hypercorrected. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 27(6), S. 1491 bis 1494.

    Gerade die Fehler, bei denen ein Kind sich sicher war, bleiben nach der Korrektur am besten haften. Cleverano geht auf solche Stellen ein, statt sie mit einem knappen Falsch abzuhaken.

Wie Kinder verstehen

  1. Michelene T. H. Chi, Nicholas de Leeuw, Mei-Hung Chiu und Christian LaVancher (1994): Eliciting Self-Explanations Improves Understanding. Cognitive Science, 18(3), S. 439 bis 477.

    Kinder behalten deutlich mehr, wenn sie den Stoff selbst in Worte fassen, statt ihn erklärt zu bekommen. Cleverano stellt deshalb Fragen, statt Lösungen vorzusagen.

  2. Shaaron Ainsworth und Andrea Th. Loizou (2003): The Effects of Self-Explaining When Learning with Text or Diagrams. Cognitive Science, 27(4), S. 669 bis 681.

    Das Selbsterklären wirkt noch stärker, wenn eine Darstellung dabei ist statt nur Text. Cleverano zeigt Aufgaben deshalb anschaulich und lässt das Kind daran erklären.

  3. Garvin Brod (2021): Generative Learning. Which Strategies for What Age? Educational Psychology Review, 33, S. 1295 bis 1318.

    Brod ordnet, welche Lernstrategie in welchem Alter trägt: Selbst erklären und vorhersagen wirken schon in der Grundschule, eigene Fragen und Skizzen erst später. Cleverano nutzt für Klasse 2 bis 6 nur das, was für diese Altersgruppe belegt ist.

  4. Logan Fiorella und Richard E. Mayer (2016): Eight Ways to Promote Generative Learning. Educational Psychology Review, 28, S. 717 bis 741.

    Der Überblick sammelt acht Wege, auf denen Lernende Wissen selbst erzeugen statt es aufzunehmen. Cleverano ist entlang dieser Wege aufgebaut.

  5. Vincent Aleven und Kenneth R. Koedinger (2002): An Effective Metacognitive Strategy. Learning by Doing and Explaining with a Computer-Based Cognitive Tutor. Cognitive Science, 26(2), S. 147 bis 179.

    Schülerinnen und Schüler, die ihre Rechenschritte an einem digitalen Tutor erklären, verstehen tiefer als jene, die nur rechnen. Das ist die Grundlage dafür, wie Cleverano Zwischenschritte erfragt.

Begleiten statt vorsagen

  1. Lew S. Wygotski (1978): Mind in Society. The Development of Higher Psychological Processes. Harvard University Press.

    Wygotski beschreibt die Zone der nächsten Entwicklung: den Bereich, den ein Kind mit etwas Unterstützung schafft, allein aber noch nicht. Cleverano sucht Aufgaben genau in diesem Bereich, damit weder Langeweile noch Überforderung entsteht.

  2. David Wood, Jerome S. Bruner und Gail Ross (1976): The Role of Tutoring in Problem Solving. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 17(2), S. 89 bis 100.

    Der Ursprungstext zum Scaffolding: Hilfe wird passend gegeben und wieder zurückgenommen, sobald das Kind selbst weiterkommt. Cleverano nimmt die Unterstützung schrittweise zurück, statt sie dauerhaft anzubieten.

  3. Mark R. Lepper und Maria Woolverton (2002): The Wisdom of Practice. Lessons Learned from the Study of Highly Effective Tutors. In: Joshua Aronson (Hrsg.), Improving Academic Achievement, S. 135 bis 158. Academic Press.

    Die Untersuchung besonders wirksamer Nachhilfekräfte zeigt: Sie erklären wenig und fragen viel, und sie achten auf das Selbstvertrauen des Kindes. Cleverano ist an diesem Vorbild ausgerichtet.

  4. Barry J. Zimmerman (2002): Becoming a Self-Regulated Learner. An Overview. Theory Into Practice, 41(2), S. 64 bis 70.

    Selbstreguliertes Lernen heißt, das eigene Lernen planen, beobachten und einschätzen zu können. Cleverano gibt Kindern diese Schritte an die Hand, statt ihnen die Steuerung abzunehmen.

Motivation ohne Belohnungslogik

  1. Edward L. Deci und Richard M. Ryan (2000): Self-Determination Theory and the Facilitation of Intrinsic Motivation, Social Development, and Well-Being. American Psychologist, 55(1), S. 68 bis 78.

    Motivation hält, wenn drei Dinge stimmen: eigene Entscheidung, das Gefühl von Können und Verbundenheit. Cleverano ist auf diese drei Punkte hin gebaut statt auf Punktestände.

  2. Richard M. Ryan und Edward L. Deci (2020): Intrinsic and Extrinsic Motivation from a Self-Determination Theory Perspective. Contemporary Educational Psychology, 61, 101860.

    Die neuere Zusammenfassung zeigt, dass von innen getragene Motivation nicht nur länger hält, sondern auch zu besserem Übertragen auf Neues führt. Cleverano verzichtet deshalb auf äußere Anreize als Antrieb.

  3. Suzanne Hidi und K. Ann Renninger (2006): The Four-Phase Model of Interest Development. Educational Psychologist, 41(2), S. 111 bis 127.

    Aus kurzem Interesse wird dauerhaftes Interesse, wenn ein Kind wiederholt gute Erfahrungen mit einem Thema macht. Cleverano knüpft Aufgaben an das an, was das Kind ohnehin beschäftigt.

  4. Michael D. Hanus und Jesse Fox (2015): Assessing the Effects of Gamification in the Classroom. Computers & Education, 80, S. 152 bis 161.

    Über ein Schuljahr hinweg sank die Motivation der Klasse mit Abzeichen und Bestenliste, statt zu steigen. Das ist der Grund, warum Cleverano bewusst keine Belohnungsspirale einsetzt.

Lesbarkeit und Zugang

  1. Luz Rello, Martin Pielot, Mari-Carmen Marcos und Roberto Carlini (2013): Size Matters (Spacing Not). 18 Points for a Dyslexic-Friendly Wikipedia. W4A 2013. ACM.

    Für Kinder mit Leseschwierigkeiten bringt eine größere Schrift viel, ein größerer Zeichenabstand dagegen nichts. Cleverano setzt die Schriftgröße entsprechend an.

  2. Matthew H. Schneps, Jenny M. Thomson, Gerhard Sonnert, Marc Pomplun, Chen Chen und Amanda Heffner-Wong (2013): Shorter Lines Facilitate Reading in Those Who Struggle. PLoS ONE, 8(8), e71161.

    Kurze Zeilen erhöhten die Lesegeschwindigkeit um 27 Prozent und halbierten das Zurückspringen im Text, ohne dass das Verständnis litt. Cleverano hält Textzeilen deshalb kurz.

  3. Stephanie L. Day, Nedim Atilgan, Amy E. Giroux und Ben D. Sawyer (2024): The Influence of Format Readability on Children's Reading Speed and Comprehension. Education Sciences, 14(8), 854.

    Welche Schrift ein Kind am schnellsten liest, ist von Kind zu Kind verschieden, und der Unterschied ist groß. Cleverano legt die Darstellung deshalb nicht starr fest.

  4. CAST (2018): Universal Design for Learning Guidelines, Version 2.2.

    Der Rahmen beschreibt, wie Lernangebote von vornherein für unterschiedliche Kinder gebaut werden, statt nachträglich angepasst zu werden. Cleverano folgt diesem Grundsatz.

  5. Anne Meyer, David H. Rose und David Gordon (2014): Universal Design for Learning. Theory and Practice. CAST Professional Publishing.

    Das Grundlagenwerk zeigt, dass es kein durchschnittliches Kind gibt, für das man planen könnte. Cleverano bietet deshalb mehrere Wege zur selben Aufgabe an.

  6. W3C (2023): Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2.

    Der internationale Standard für barrierefreie Gestaltung, von Kontrast über Tastaturbedienung bis Vorlesbarkeit. Cleverano ist daran ausgerichtet.

Belastung und Pausen

  1. Fred Paas und John Sweller (2014): Implications of Cognitive Load Theory for Multimedia Learning. In: Richard E. Mayer (Hrsg.), The Cambridge Handbook of Multimedia Learning, 2. Auflage, S. 27 bis 42. Cambridge University Press.

    Das Arbeitsgedächtnis eines Kindes ist eng begrenzt, und zu viel auf einmal blockiert das Lernen. Cleverano hält Aufgaben schlank und teilt sie auf.

  2. Paulo A. Graziano, Rachael D. Reavis, Susan P. Keane und Susan D. Calkins (2007): The Role of Emotion Regulation and Children's Early Academic Success. Journal of School Psychology, 45(1), S. 3 bis 19.

    Wie gut ein Kind mit Frust umgehen kann, sagt den frühen Schulerfolg besser vorher als sein IQ. Cleverano achtet deshalb auf den Zustand des Kindes und nicht nur auf die richtige Antwort.

  3. Sandra Schukajlow, Katrin Rakoczy und Reinhard Pekrun (2023): Emotions and Motivation in Mathematics Education. ZDM Mathematics Education, 55, S. 249 bis 267.

    Gefühle sind beim Rechnen kein Beiwerk, sondern beeinflussen die Leistung unmittelbar. Cleverano nimmt Anspannung und Erschöpfung als Teil des Lernens ernst.

  4. Matthew T. Mahar, Sheila K. Murphy, David A. Rowe, Jeannie Golden, A. Tamlyn Shields und Thomas D. Raedeke (2006): Effects of a Classroom-Based Program on Physical Activity and On-Task Behavior. Medicine & Science in Sports & Exercise, 38(12), S. 2086 bis 2094.

    Kurze Bewegungspausen bringen die Aufmerksamkeit messbar zurück. Cleverano schlägt Pausen vor, statt auf Durchhalten zu setzen.

  5. Christopher W. Kuzawa und Kollegen (2014): Metabolic Costs and Evolutionary Implications of Human Brain Development. PNAS, 111(36), S. 13010 bis 13015.

    Im Grundschulalter verbraucht das Gehirn den größten Anteil der Körperenergie, den es je verbrauchen wird. Dass Kinder nach der Schule erschöpft sind, hat also einen körperlichen Grund.